Business Continuity Management – BCM

Was ist Business Continuity Management (BCM)

Was ist Business Continuity Management (BCM)?

Wussten Sie, dass Unternehmen heutzutage durchschnittlich 2,2 Ausfallereignisse pro Jahr erleben, die zu erheblichen Verlusten und Schäden führen können?

Business Continuity Management, auch bekannt als Betriebliches Kontinuitätsmanagement oder BCM, bezeichnet die Entwicklung von Strategien, Plänen und Handlungen, um Tätigkeiten oder Prozesse, deren Unterbrechung der Organisation ernsthafte Schäden oder vernichtende Verluste zufügen würden, zu schützen oder alternative Abläufe zu ermöglichen.

Es dient der Sicherstellung des Fortbestands des Unternehmens im Angesicht von Risiken mit hohem Schadensausmaß. Das BCM-System hat zum Ziel, Ausfallrisiken zu minimieren und die Betriebsstabilität zu gewährleisten.

Schlüsselerkenntnisse

  • Business Continuity Management (BCM) bezeichnet die Entwicklung von Strategien und Plänen zur Absicherung des Unternehmens gegen Ausfallrisiken.
  • Das BCM-System zielt darauf ab, die Betriebsstabilität zu gewährleisten und den Fortbestand des Unternehmens sicherzustellen.
  • Unternehmen erleben durchschnittlich 2,2 Ausfallereignisse pro Jahr, die zu erheblichen Verlusten führen können.
  • BCM hat zum Ziel, Ausfallrisiken zu minimieren und alternative Abläufe zu ermöglichen, um Schäden und Verluste zu verhindern.
  • Das BCM-System ist ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Risikomanagementsystems.

Warum ist Business Continuity Management wichtig?

Business Continuity Management (BCM) spielt eine entscheidende Rolle für Unternehmen, um in Krisensituationen optimal zu reagieren und diese frühzeitig abzuwehren. Durch die Implementierung und konsequente Umsetzung eines BCM-Systems können Unternehmen ihre Ausfallrisiken minimieren und Unterbrechungen in kritischen Geschäftsprozessen reduzieren.

Die Bedeutung von BCM liegt darin, die Kontinuität des Betriebs sicherzustellen und die Auswirkungen von Störungen zu verringern. Durch proaktive Maßnahmen und einen umfassenden Planungsansatz kann ein Unternehmen seine betriebliche Leistungsfähigkeit auch während Krisenzeiten aufrechterhalten.

Immer mehr Unternehmen und Dienstleister erkennen die Bedeutung von BCM und setzen es als Voraussetzung für Kooperationen ein. Durch die Implementierung eines BCM-Systems können Unternehmen ihre Verhandlungsposition gegenüber Geschäftspartnern und Kunden stärken sowie das Vertrauen in ihre Geschäftskontinuität gewinnen.

Die Vorteile von Business Continuity Management:

  • Minimierung von Ausfallrisiken
  • Reduzierung von Unterbrechungen in kritischen Unternehmensprozessen
  • Aufrechterhaltung der Betriebskontinuität
  • Verringerung der Auswirkungen von Störungen
  • Stärkung der Verhandlungsposition und des Vertrauens von Geschäftspartnern und Kunden

Die Implementierung eines BCM-Systems erfordert eine umfassende Analyse der internen Abläufe und eine sorgfältige Planung von Maßnahmen zur Krisenbewältigung. Es ist wichtig, frühzeitig geeignete Strategien, Verfahren und Maßnahmen zu entwickeln, damit ein Unternehmen in Krisensituationen resilient und handlungsfähig bleibt.

Das Business Continuity Management ist ein essentielles Konzept für Unternehmen, um eine langfristige Stabilität in Krisensituationen sicherzustellen und ihr Geschäft erfolgreich fortzuführen.

Business Continuity Management ist keine kurzfristige Maßnahme, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der regelmäßig überprüft und an die sich ändernden betrieblichen Gegebenheiten angepasst werden sollte. Durch eine proaktive Herangehensweise und eine kontinuierliche Verbesserung des BCM-Systems können Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen und Krisen stärken.

Die verschiedenen Aspekte von Business Continuity Management

Business Continuity Management (BCM) ist eine Managementmethode, die eng mit dem Risikomanagement verbunden ist. Es betrifft auch die Bereiche Informationssicherheit, IT-Notfallplanung und Facility Management. Das BCM-System umfasst die Planung,

Umsetzung und erfolgreiche Umsetzung von Maßnahmen, um die Geschäftstätigkeit auch unter schwierigen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Es bezieht sich speziell auf die Sicherstellung des IT-Betriebs durch die IT-Notfallplanung und hat enge Verbindungen zu Corporate Governance.

Im Folgenden sind die verschiedenen Aspekte von BCM näher beschrieben:

Risikomanagement:

  • Identifizierung von Risiken, die die Geschäftstätigkeit gefährden könnten
  • Bewertung der Auswirkungen und Wahrscheinlichkeit dieser Risiken
  • Entwicklung von Maßnahmen zur Risikominderung und -kontrolle

Informationssicherheit:

  • Sicherstellung der Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen
  • Implementierung von Sicherheitsmaßnahmen, um unbefugten Zugriff zu verhindern
  • Notfallplanung für den Schutz sensibler Informationen

IT-Notfallplanung:

  • Entwicklung von Plänen und Verfahren zur Wiederherstellung des IT-Betriebs nach einem Ausfall
  • Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der Notfallpläne
  • Schulung der Mitarbeiter für den Umgang mit IT-Notfällen

Facility Management:

  • Verwaltung und Instandhaltung der betrieblichen Ressourcen und Infrastruktur
  • Identifizierung von kritischen Komponenten und Einrichtungen
  • Entwicklung von Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Betriebsstabilität

Die verschiedenen Aspekte von Business Continuity Management sind eng miteinander verknüpft und tragen dazu bei, die Geschäftskontinuität in Krisensituationen aufrechtzuerhalten. Indem Unternehmen diese Aspekte berücksichtigen und entsprechende Maßnahmen ergreifen, können sie ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Störungen erhöhen und ihre Geschäftstätigkeit erfolgreich fortsetzen.

„Das Business Continuity Management stellt sicher, dass ein Unternehmen auch unter widrigen Umständen handlungsfähig bleibt und seine Geschäftstätigkeit fortsetzen kann.“

Geschichtlicher Hintergrund von Business Continuity Management

Der Ursprung des Business Continuity Managements liegt in der chinesischen Militärliteratur, insbesondere bei Sun Tzu um 500 v. Chr. Mit der industriellen Revolution wurde die fortlaufende Planung und Umsetzung von Plänen trotz Feindeinwirkung auf das betriebliche Geschehen übertragen.

Die Entwicklung des Business Continuity Managements erfolgte ab ca. 1950 vornehmlich in den USA, basierend auf europäischen Grundlagen. In den letzten Jahrzehnten hat sich der Begriff erweitert und umfasst nun auch den Gesamtbetrieb.

Die Rolle von Business Continuity Management bei der Geschäftsfortführung

Business Continuity Management (BCM) spielt eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der Geschäftsfortführung eines Unternehmens, insbesondere in Notfall- und Krisensituationen. Das BCM-Team, eine spezielle Organisationseinheit, ist dafür verantwortlich, ein effektives Notfall- und Krisenmanagement aufzubauen und zu betreiben. Das Hauptziel besteht darin, die wirtschaftliche Existenz des Unternehmens trotz Schadenereignissen zu sichern.

Um die operative Kontinuität zu gewährleisten, ist es wichtig, dass das BCM-Team Prozessdefinitionen und dokumentierte Notfallvorsorgepläne erstellt und diese klar kommuniziert. Durch die Sensibilisierung aller Mitarbeiter für das Thema „wirtschaftliche Existenzsicherung bei einer unternehmenskritischen Notfallsituation“ wird ein Bewusstsein für die Bedeutung von BCM geschaffen.

Das BCM-Team arbeitet eng mit anderen Abteilungen und Stakeholdern im Unternehmen zusammen, um sicherzustellen, dass im Notfall eine schnelle Reaktion und Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs erfolgen kann. Dies kann Maßnahmen wie die Aktivierung von Back-up-Systemen, die Bereitstellung von alternativen Arbeitsplätzen oder die Sicherstellung einer kontinuierlichen Versorgung mit Produkten und Dienstleistungen umfassen.

Das BCM geht über die rein technische Seite hinaus und betrachtet auch andere Aspekte wie die Kommunikation mit Kunden und Lieferanten, das Risikomanagement und die Sicherstellung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften. Auf diese Weise trägt BCM zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Unternehmens bei und schützt es vor schwerwiegenden Auswirkungen von Schadenereignissen.

Indem Unternehmen auf BCM setzen, zeigen sie ihr Engagement für eine verantwortungsvolle Geschäftspraxis und können das Vertrauen ihrer Kunden und Geschäftspartner gewinnen. Darüber hinaus verbessert BCM die Fähigkeit des Unternehmens, potenzielle Risiken zu identifizieren und darauf angemessen zu reagieren, was letztendlich zu einer besseren Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit führt.

Verschiedene Katastrophenszenarien und ihre Auswirkungen auf Business Continuity Management

Business Continuity Management ist darauf ausgerichtet, auf verschiedene Katastrophenszenarien zu reagieren, um die Kontinuität des Betriebs sicherzustellen. Diese Szenarien können einen IT/System-Ausfall, einen Gebäudeausfall, einen Personalausfall oder einen Lieferanten/Partnerausfall umfassen. Je nach Art des Ereignisses erfordert es unterschiedliche Maßnahmen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

  • Bei einem IT/System-Ausfall können parallel laufende Systeme eingesetzt oder alternative Lösungen implementiert werden, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
  • Ein Gebäudeausfall erfordert möglicherweise eine schnelle Verlagerung von Aktivitäten an einen anderen Standort oder die Nutzung von Remote-Arbeitsmöglichkeiten.
  • Ein Personalausfall kann durch eine umfassende Personalplanung und die Identifizierung von Vertretungsberechtigungen gemildert werden.
  • Bei einem Lieferanten- oder Partnerausfall können alternative Lieferquellen identifiziert oder Partnerschaften mit anderen Unternehmen aufgebaut werden, um die Lieferkette aufrechtzuerhalten.

Das Ziel des Business Continuity Managements ist es, vorbereitet zu sein und auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu reagieren. Durch eine proaktive Planung und die Implementierung geeigneter Maßnahmen kann die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens gegenüber potenziellen Störungen erhöht werden.

Gesellschaftliche Sicherheit und normative Grundlagen für Business Continuity Management

Das Business Continuity Management hat auch Auswirkungen auf die gesellschaftliche Sicherheit. Der internationale Standard ISO/PAS 22399 „Societal security – Guideline for incident preparedness and operational continuity management“ sowie die Norm ISO 22301:2012 „Societal security – Business continuity management systems – Requirements“ legen die normativen Grundlagen für das Business Continuity Management fest.

Diese Standards dienen Unternehmen als Basis für die Implementierung eines BCM-Systems und können zur Zertifizierung herangezogen werden. Das Technische Komitee ISO/TC 292 Security beschäftigt sich mit Sicherheitsthemen und entwickelt Standards für das Kontinuitätsmanagement.

Literatur und Quellen zum Business Continuity Management

Um sich fundiert über das Thema Business Continuity Management zu informieren, gibt es eine Vielzahl von Fachbüchern, Normen und Standards, die Ihnen als wertvolle Quellen dienen können. Hier sind einige empfehlenswerte Literaturquellen, die Ihnen einen umfassenden Einblick in das Thema bieten:

  1. „The definitive Handbook of Business Continuity Management“ von Hiles und Barnes: Dieses Fachbuch gilt als umfassendes Nachschlagewerk zum Business Continuity Management und behandelt verschiedene Aspekte wie Risikobewertung, Notfallplanung und Krisenmanagement.

  2. „Ansätze zur Bewältigung existenzbedrohender Unternehmensrisiken“ von Ulf Hinterscheid: In diesem Buch werden verschiedene Ansätze und Methoden zur Bewältigung von existenzbedrohenden Unternehmensrisiken, einschließlich des Business Continuity Managements, vorgestellt.

  3. „Business Continuity Management: ISO 22301 und weitere Normen im Rahmen der Informationstechnologie“ von Stefan Spörrer: Das Buch behandelt die Umsetzung des Business Continuity Managements gemäß der Norm ISO 22301 und beleuchtet auch andere relevante Normen im Bereich der Informationstechnologie.

Zusätzlich zu diesen Fachbüchern gibt es verschiedene Normen und Standards, die für das Business Continuity Management relevant sind. Dazu gehören unter anderem die ISO 17799, ISO 22301:2012, BS 7799:2002 und ÖNORM A 7799. Auch der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik veröffentlichen regelmäßig relevantes Material zum Thema Business Continuity Management.

Zusammenfassung

Business Continuity Management (BCM) ist ein wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Risikomanagementsystems. Es hilft Unternehmen, ihre Betriebsstabilität zu gewährleisten und Ausfallrisiken zu minimieren. Durch die Implementierung eines BCM-Systems können Unternehmen ihre Reaktionsfähigkeit in Krisensituationen verbessern und ihre Verhandlungsposition gegenüber Geschäftspartnern und Kunden stärken.

Um für unvorhergesehene Ereignisse gewappnet zu sein, ist es ratsam, sich mit den normativen Grundlagen und Best Practices des Business Continuity Managements vertraut zu machen und die eigenen Prozesse entsprechend zu gestalten. Das BCM bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Geschäftsprozesse kontinuierlich zu überwachen und bei Bedarf geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Betriebskontinuität sicherzustellen.

Ganz gleich, ob es sich um Naturkatastrophen, technische Störungen oder andere Unterbrechungen handelt – ein gut durchdachtes BCM-System hilft Unternehmen, schnell auf unvorhergesehene Ereignisse zu reagieren und ihre Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten. Indem sie BCM als integralen Bestandteil ihres Risikomanagementsystems implementieren, können Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit steigern und ihre langfristige Geschäftsfortführung sicherstellen.

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