Preisuntergrenze

Was ist eine Preisuntergrenze?

Was ist eine Preisuntergrenze?

Die Preisuntergrenze ist der Mindestverkaufspreis, den ein Unternehmen festlegen muss, um keine Verluste zu erleiden. Es gibt verschiedene Methoden, um die Preisuntergrenze zu berechnen, darunter die kurzfristige und die langfristige Preisuntergrenze.

In diesem Artikel werden wir uns mit der langfristigen Preisuntergrenze befassen und erklären, wie Sie diese richtig kalkulieren können.

Schlüsselerkenntnisse:

  • Die Preisuntergrenze ist der Mindestverkaufspreis, um Verluste zu vermeiden.
  • Es gibt kurzfristige und langfristige Preisuntergrenzen.
  • Die langfristige Preisuntergrenze deckt sowohl variable als auch fixe Kosten ab.
  • Die Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze kann auf verschiedene Arten erfolgen.
  • Die langfristige Preisuntergrenze ermöglicht es, Kosten zu decken und weder Gewinn noch Verlust zu erzielen.

Was ist die langfristige Preisuntergrenze?

Die langfristige Preisuntergrenze (LPU) ist der Verkaufspreis, bei dem dein Unternehmen weder Gewinn noch Verlust erzielt und genau seine Kosten deckt. Anders als bei der kurzfristigen Preisuntergrenze werden sowohl die variablen als auch die fixen Kosten in der Kalkulation berücksichtigt. Die LPU entspricht dem Minimum der durchschnittlichen Stückkosten und den Selbstkosten.

Wie berechnet man die langfristige Preisuntergrenze?

Die langfristige Preisuntergrenze kann auf verschiedene Arten berechnet werden. Eine Methode besteht darin, die Kostenfunktion auf das Betriebsoptimum zu untersuchen und die Ableitung der Durchschnittskosten auf null zu setzen. Wie Alfred Marshall, ein berühmter Wirtschaftswissenschaftler, erklärt hat: „Das Betriebsoptimum repräsentiert den Punkt, an dem die Kosten pro Einheit am niedrigsten sind.“

Um die langfristige Preisuntergrenze mithilfe der Kostenfunktion zu berechnen, setzen Sie die Ableitung der Durchschnittskostenfunktion gleich null. Dieser Wert entspricht den Minimalkosten pro produzierter Einheit. Die Differenz zwischen den Durchschnittskosten und den Selbstkosten ist die Gewinnmarge, wie Alfred Marshall erläutert hat: „Der Unterschied zwischen den Selbstkosten und den Durchschnittskosten pro Einheit ist gleich der Gewinnmarge.“

Die Stückkostenfunktion ist eine weitere Methode zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze. Wie Karl Marx, ein bekannter Philosoph und Ökonom, sagte: „Die Stückkostenfunktion repräsentiert die Kosten pro produzierter Einheit bei gegebener Produktionsmenge.“ Um die langfristige Preisuntergrenze mit der Stückkostenfunktion zu berechnen, setzen Sie den ermittelten Wert aus der Kostenfunktion ein. Dadurch erhalten Sie den Verkaufspreis, der weder Gewinn noch Verlust erzielt.

Die Betrachtung der Selbstkosten ist eine alternative Methode zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze. Hierbei werden die Materialeinzelkosten und die Fertigungsgemeinkosten summiert und durch die Anzahl der produzierten Güter geteilt. Dieser Wert entspricht den Kosten pro Einheit und kann als Ausgangspunkt für die Festlegung des Verkaufspreises dienen. Wie Arthur Pigou, ein renommierter britischer Wirtschaftswissenschaftler, betont: „Die Selbstkosten bilden die Grundlage für die Kalkulation der Preisuntergrenze.“

Beispiel zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze

Ein Beispiel zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze ist die Produktion von Bürostühlen. Wenn die Kostenfunktion für den Betrieb bekannt ist, können die variablen Kosten und die fixen Kosten ermittelt werden. Durch die Ermittlung der Gesamtkosten für eine bestimmte produzierte Menge können dann die langfristige Preisuntergrenze und der Verkaufspreis bestimmt werden.

Stellen wir uns vor, ein Unternehmen produziert Bürostühle. Die Kostenfunktion für den Betrieb, einschließlich der variablen und fixen Kosten, wurde analysiert und ermittelt. Um die langfristige Preisuntergrenze zu berechnen, müssen wir die Gesamtkosten für eine bestimmte produzierte Menge herausfinden. Angenommen, das Unternehmen produziert 1000 Bürostühle pro Monat.

Die Gesamtkosten setzen sich aus den variablen Kosten und den fixen Kosten zusammen. Die variablen Kosten pro Stuhl betragen 50 Euro, während die fixen Kosten des Betriebs bei 10.000 Euro pro Monat liegen. Um die Gesamtkosten zu berechnen, multiplizieren wir die variablen Kosten pro Stück mit der produzierten Menge und addieren die fixen Kosten:

Gesamtkosten = (variable Kosten pro Stück * produzierte Menge) + fixe Kosten
Gesamtkosten = (50€ * 1000) + 10.000€
Gesamtkosten = 50.000€ + 10.000€
Gesamtkosten = 60.000€

Nun haben wir die Gesamtkosten ermittelt. Um die langfristige Preisuntergrenze zu berechnen, teilen wir die Gesamtkosten durch die produzierte Menge:

Langfristige Preisuntergrenze = Gesamtkosten / produzierte Menge
Langfristige Preisuntergrenze = 60.000€ / 1000
Langfristige Preisuntergrenze = 60€

Die langfristige Preisuntergrenze beträgt in diesem Beispiel also 60 Euro pro Bürostuhl. Dies ist der Verkaufspreis, bei dem das Unternehmen weder Gewinn noch Verlust erzielt und genau seine Kosten deckt.

Unterschied zwischen kurzfristiger und langfristiger Preisuntergrenze

Die kurzfristige Preisuntergrenze, auch bekannt als KPU oder absolute Preisuntergrenze, berücksichtigt nur die variablen Kosten eines Unternehmens. Sie stellt den Verkaufspreis dar, bei dem das Unternehmen keine Verluste durch den Verkauf von Produkten mit variablen Kosten erleidet. Anders hingegen ist die langfristige Preisuntergrenze. Diese berücksichtigt sowohl die variablen als auch die fixen Kosten und entspricht dem Minimum der durchschnittlichen Stückkosten und den Selbstkosten eines Produkts.

Formel zur Berechnung der kurzfristigen Preisuntergrenze

Um die kurzfristige Preisuntergrenze zu berechnen, verwenden Sie die folgende Formel:

Summe der variablen Kosten geteilt durch die Stückanzahl.

Mit dieser Formel können Sie den Verkaufspreis ermitteln, bei dem Ihr Unternehmen keine Verluste durch den Verkauf von Produkten mit variablen Stückkosten erleidet. Die kurzfristige Preisuntergrenze ist entscheidend, um Ihre Kosten zu decken und eine profitable Preisstrategie zu entwickeln.

Formel zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze

Die Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze basiert entweder auf der Ableitung der Durchschnittskostenfunktion oder auf der Betrachtung der Selbstkosten. Bei beiden Methoden werden die Stückkosten und die fixen Kosten berücksichtigt.

Die erste Methode beinhaltet die Ableitung der Durchschnittskostenfunktion und das Setzen der Ableitung auf null. Wenn die Ableitung der Durchschnittskostenfunktion null ergibt, erreicht das Unternehmen das Betriebsoptimum und die Kosten sind minimal. Dieser Wert wird dann in die Stückkostenfunktion eingesetzt, um die langfristige Preisuntergrenze zu bestimmen.

Die Formel lautet:
Langfristige Preisuntergrenze = Stückkosten bei Betriebsoptimum + fixe Kosten

Die zweite Methode bezieht sich auf die Betrachtung der Selbstkosten. Die Selbstkosten sind die Summe der Materialeinzelkosten und der Fertigungsgemeinkosten. Um die langfristige Preisuntergrenze zu berechnen, werden die Selbstkosten durch die Anzahl der produzierten Güter geteilt.

Die Formel lautet:
Langfristige Preisuntergrenze = (Materialeinzelkosten + Fertigungsgemeinkosten) / Anzahl der produzierten Güter

Die Wahl der Methode zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze hängt von der Verfügbarkeit der Daten und den spezifischen Gegebenheiten des Unternehmens ab. Beide Methoden liefern jedoch einen Wert, der das Minimum der Kosten darstellt und somit die langfristige Preisuntergrenze definiert.

Beispiel zur kurzfristigen Preisuntergrenze

Um die kurzfristige Preisuntergrenze zu berechnen, nehmen wir an, Sie produzieren ein bestimmtes Produkt mit bekannten variablen Kosten und Stückanzahl. Durch die Anwendung der folgenden Formel können Sie den Verkaufspreis bestimmen, der die variablen Kosten deckt und keine Verluste verursacht:

Verkaufspreis = Summe der variablen Kosten / Stückanzahl

Angenommen, Ihre variablen Kosten betragen 1000 Euro und die Stückanzahl beträgt 100. Durch Einsetzen dieser Werte in die Formel ergibt sich ein Verkaufspreis von:

Verkaufspreis = 1000 Euro / 100 Stück = 10 Euro pro Stück

Das bedeutet, dass Sie das Produkt für mindestens 10 Euro pro Stück verkaufen müssen, um nur die variablen Kosten zu decken und keinen Verlust zu erleiden.

Indem Sie die kurzfristige Preisuntergrenze kennen, können Sie fundierte Entscheidungen über den Verkaufspreis Ihres Produkts treffen, um sicherzustellen, dass Ihre variablen Kosten abgedeckt werden und Ihr Unternehmen profitabel bleibt.

Beispiel zur langfristigen Preisuntergrenze

Hier ist ein Beispiel zur Berechnung der langfristigen Preisuntergrenze für ein Unternehmen, das Bürostühle produziert.

Angenommen, das Unternehmen hat eine bestimmte Kostenfunktion, die die Zusammenhänge zwischen den produzierten Mengen und den Kosten darstellt. Durch die Analyse dieser Kostenfunktion kann das Unternehmen verschiedene Informationen ableiten.

Zunächst können die variablen Kosten ermittelt werden. Das sind die Kosten, die sich mit der Produktion von einem Bürostuhl ändern. Sie können zum Beispiel Material- und Arbeitskosten umfassen. Je nach Produktionsmenge können die variablen Kosten unterschiedlich sein.

Weiterhin gibt es die fixen Kosten. Das sind Kosten, die unabhängig von der Produktionsmenge anfallen und konstant bleiben. Dazu gehören beispielsweise Mietkosten für die Produktionsstätte, Gehälter für das Verwaltungspersonal oder die Kosten für den Maschinenpark.

Mit den Informationen über die variablen und fixen Kosten kann das Unternehmen die Selbstkosten berechnen. Die Selbstkosten sind die Summe der variablen und fixen Kosten und stellen die Kosten dar, die das Unternehmen decken muss, um ohne Gewinn oder Verlust zu arbeiten.

Um die langfristige Preisuntergrenze zu bestimmen, kann das Unternehmen die entsprechenden Formeln verwenden. Die langfristige Preisuntergrenze entspricht dem Minimum der durchschnittlichen Stückkosten und den Selbstkosten.

Unter Verwendung der berechneten Werte für die variablen Kosten, die fixen Kosten und die Selbstkosten kann das Unternehmen den Verkaufspreis festlegen, der über der langfristigen Preisuntergrenze liegt und somit die Kosten deckt.

Mit diesem Beispiel wird deutlich, wie wichtig es ist, die langfristige Preisuntergrenze zu kennen und richtig zu berechnen. Nur so kann ein Unternehmen sicherstellen, dass es seine Kosten deckt und langfristig erfolgreich ist.

Verwendung der langfristigen Preisuntergrenze

Eine langfristige Preisuntergrenze ermöglicht es einem Unternehmen, seine Kosten zu decken und weder Gewinn noch Verlust zu erzielen. Dies ist strategisch sinnvoll, da in den Kosten auch die Löhne der Mitarbeiter enthalten sind. Wenn das Unternehmen jedoch Gewinn erzielen möchte, muss es das Produkt über der langfristigen Preisuntergrenze anbieten.

Durch die Verwendung der langfristigen Preisuntergrenze kann ein Unternehmen sicherstellen, dass es seine Kosten effektiv verwaltet und keinen finanziellen Verlust erleidet. Indem die Löhne der Mitarbeiter in die Kalkulation einbezogen werden, kann das Unternehmen faire Entlohnung gewährleisten und somit langfristige Mitarbeiterbindung und Motivation fördern. Dies trägt zur Stabilität des Unternehmens bei und ermöglicht es, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die langfristige Preisuntergrenze allein nicht ausreicht, um Gewinne zu erzielen. Um einen Gewinn zu erzielen, muss das Unternehmen den Verkaufspreis über der langfristigen Preisuntergrenze festlegen. Durch eine effektive Kalkulation der Kosten, Löhne und Gewinnmargen kann das Unternehmen seine Rentabilität steigern und seine langfristige finanzielle Stabilität sicherstellen.

Fazit

Die richtige Kalkulation und Berücksichtigung der Preisuntergrenze ist von zentraler Bedeutung, um den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens sicherzustellen. Durch die genaue Kalkulation der Preisuntergrenze können Sie sicherstellen, dass Ihre Verkaufspreise nicht zu niedrig sind und Ihre Kosten abdecken. Dies ist besonders wichtig, um Gewinne zu erzielen und den Markt effektiv zu bedienen.

Bei der Berechnung der Preisuntergrenze ist es unerlässlich, sowohl die variablen als auch die fixen Kosten zu berücksichtigen. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihr Verkaufspreis alle Kosten deckt und Sie keine Verluste erleiden. Denn ohne die richtige Kalkulation kann Ihr Unternehmen nicht nachhaltig wachsen und erfolgreich sein.

Es gibt verschiedene Methoden zur Berechnung der Preisuntergrenze, und es ist wichtig, diejenige zu wählen, die am besten zu Ihrem Unternehmen und Ihrem Produktsortiment passt. Durch die Anwendung der richtigen Formel können Sie sicherstellen, dass Ihre Preisgestaltung sowohl rentabel als auch wettbewerbsfähig ist. Durch die regelmäßige Überprüfung und Anpassung Ihrer Preisuntergrenze können Sie sicherstellen, dass Ihr Unternehmen langfristig erfolgreich ist und sich am Markt behaupten kann.

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